Willkommen im Club

Wie Du Teil der Clubhouse-Community wirst, was Du dort erlebst und beachten solltest



Zwanglos in den Club gehen, Leute treffen, quatschen. Zu Corona-Zeiten gehören reale Treffen mit vielen Menschen nurmehr der Fantasie an. Das macht die Social-Network-App Clubhouse, die im Frühjahr 2020 auf den Markt kam, besonders beliebt. In der Community können sich die Teilnehmer zu unterschiedlichsten Themen austauschen oder einfach nur zuhören. Jan, unser ehemaliger PR Associate, berichtet Astrid von seinen Erfahrungen und warum er sich täglich auf Clubhouse tummelt.


Jan, Du bist regelmäßiger Nutzer der App. Fangen wir mal ganz vorne an: Wie kann ich überhaupt Teil der Clubhouse-Community werden?

Teil der Clubhouse Community kannst Du nur werden, wenn Du eine Einladung einer Person erhältst, die bereits Clubhouse Nutzer*in ist. Zudem ist Clubhouse derzeit nur für Personen zugänglich, die ein iPhone besitzen. Bist Du einmal registriertes Clubhouse-Mitglied, hast Du selbst die Möglichkeit, bis zu drei Personen einzuladen. Sind diese so genannten Invite-Tokens einmal aufgebraucht, dauert es eine Weile und sie werden wieder aufgefüllt.


Wie viele User nutzen Clubhouse denn bereits?

Weltweit sind derzeit rund 6 Millionen Nutzer registriert. Pro Woche verzeichnet Clubhouse im Schnitt 2 Millionen aktive Nutzer.


Beim Thema Datenschutz und Apps gelten wir Deutsche als besonders sensibel. Welche Rolle spielt der Datenschutz bei Clubhouse?

Der Datenschutz ist der am stärksten kritisierte Aspekt dieser App. Bei Deiner Registrierung verlangt Clubhouse Zugriff auf alle Deine Kontakte. Das bedeutet, egal wie vorsichtig Du sonst mit Deinen Telefonnummern bist, verzichtest Du hier darauf. In Clubhouse selbst werden dann gewisse Schattenprofile erstellt. Das sind Personen, beispielsweise Klaus, der in 38 anderen Kontaktbüchern vorkommt. Clubhouse empfiehlt Dir dann, da Klaus‘ Telefonnummer bei 38 anderen Personen gefunden werden konnte, ihn als nächstes einzuladen. Die Sorge besteht hierbei, dass Personenprofile erstellt werden können, ohne dass sich diese Personen jemals dafür bereit erklärt haben, Clubhouse ihre Daten freizugeben.


Wenn ich mich entschlossen habe, Teil der Community zu werden, welche weiteren Regeln gelten für mich als Nutzer?

Die Regeln der guten Sitte. Man lässt sich ausreden, bleibt höflich und fällt anderen nicht ins Wort.



Kann jeder Teilnehmer selbst Themenräume eröffnen und moderieren?

Ja, jeder Nutzer hat die Möglichkeit, Themenräume zu eröffnen und zu moderieren. Man kann diese auch zeitlich terminieren und Personen, die einem folgen, werden automatisch zu diesem Event benachrichtigt.


Sind die Räume für alle User offen – oder gibt es auch hier eine Exklusivität?

Der Beitritt zu einzelnen Gesprächen ist immer möglich. Es besteht zwar die Möglichkeit, einen Raum zu schließen, so dass man nur auf Einladung eines Teilnehmers beitreten kann, jedoch wird dies hauptsächlich für ganz kleine und eher private Formate genutzt.


Wie kann ich Moderator bei Clubhouse werden?

Moderator wirst Du, indem Du einen Raum erstellst oder bei der Erstellung eines Events oder Themengesprächs mit in die Planung involviert bist. Prinzipiell kann also jeder Nutzer Moderator werden. Wie groß die Reichweite ist, richtet sich dann nach Deinen Followern und der Anzahl der Personen, die Deinem Raum beitreten.


Wer entscheidet, worüber in den Räumen gesprochen wird? Hat der Moderator eine Agenda?

Die Räume sind meist thematisch geprägt und worüber gesprochen wird, kann sehr oft dem Titel des Raumes entnommen werden. Häufig gibt es eine Agenda, es kommt aber auch oftmals vor, dass der Moderator den Speakern freie Hand lässt und sich die Diskussion frei entfaltet. Auch die Möglichkeit, Teilnehmer ‚auf die Bühne‘ zu holen und sich ihre Meinung anzuhören, zieht die Gespräche teilweise in steileres Fahrwasser. Manche Moderatoren steuern nach, andere lassen die Diskussion hingegen laufen. Insgesamt ist das sehr unterschiedlich.


Ist Clubhouse international und welche Sprache wird in den Räumen gesprochen?

Ja, Clubhouse ist international und kommt ursprünglich vom amerikanischen Markt. Die Sprache in den Räumen variiert, ist im deutschen Clubhouse aber hauptsächlich in Deutsch und Englisch unterteilt.


Es scheint, viele Politiker und Celebrities nutzen Clubhouse. Welches Potenzial bietet die App für Unternehmen?

Celebrities wurden insbesondere für die Startphase akquiriert. Das hat der App einen ordentlichen Push verliehen. Prinzipiell können einzelne Akteure von Unternehmen durch spezielle Themenräume auf bestimmte Inhalte und sich selbst aufmerksam machen. Die hervorragende Möglichkeit der daraus folgenden Vernetzung kann natürlich im B2B- oder im B2C-Geschäft genutzt werden.


Und für welche Unternehmen schätzt Du das Potenzial als Kommunikationsplattform besonders hoch ein?

Da sich auf Clubhouse mögliche Endkunden wie auch Businesspartner finden lassen, würde ich keine Unterscheidung treffen, für welche Unternehmen hier besonderes Potenzial besteht. Durch einen ordentlichen Auftritt und regelmäßige Veranstaltungen in diesem Format, lässt sich für jedes Business genügend Aufmerksamkeit generieren.


Leider prickelt es meist nur am Anfang.

Ist Clubhouse aus Deiner Sicht ein kurzfristiger Hype – oder wird sich die App als langfristiges soziales Netzwerk etablieren?

Unsere aktuelle Pandemie-Situation und das daraus resultierende Fehlen von sozialen Kontakten hat das Format des auditiven Austauschs durch Clubhouse natürlich in erheblichem Maße bestärkt. Gewiss war besonders in der Anfangsphase ein Hype zu erkennen. Meiner Meinung nach ebbt das aber ein wenig ab. Vielmehr etablieren sich mittlerweile etwaige Formate und regelmäßige Talks wie beispielsweise die ‚Zeit ONLINE Morgenkonferenz‘, der ‚Politische Espresso‘ morgens um halb neun oder ‚Mittag @im Regierungsviertel‘. Ich glaube, dass Clubhouse auf jeden Fall auf dem Markt bestehen, aber mehr ein Nischenprodukt bleibt und niemals Userzahlen wie Instagram oder Facebook erreichen wird – selbst wenn grundlegende Eintrittsbeschränkungen wie das iOS-Betriebssystem oder die Einladung zukünftig keine Rolle mehr spielen.


Die Äußerungen von Ministerpräsident Bodo Ramelow bei Clubhouse haben hohe Wellen geschlagen. Ist die Gefahr für einen Shitstorm hier größer als auf anderen Social-Media-Plattformen?

Ich halte den Fall Ramelow bei Clubhouse für etwas aufgebauscht. Generell ist die Gefahr, sich bei Clubhouse einen Fehltritt zu erlauben, aber trotzdem höher als auf anderen Social-Media-Kanälen. Die kurze Informationskette, das freie Herausreden und die lockere Stimmung verleiten gewiss dazu, auch mal etwas flapsiger zu antworten. Einen unüberlegten Tweet abzuschicken, bedarf da doch etwas mehr aktiver Teilnahme. Man muss sich einfach generell bewusst sein, dass Social Media und die Öffentlichkeit im Allgemeinen immer genau hinsehen und eben auch hinhören. Das sollte man niemals unterschätzen.


Vielen Dank für Deine Einblicke, Jan. Wer noch nicht genug hat: Hier findet Ihr einen kurzweiligen Bericht von Jan über seine Erfahrungen mit Clubhouse.

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